0431 / 2005668

Sanktionsalternativen

Hätten Sie gewusst was gemeint ist?

Solche und ähnliche Fälle von kulturell unterschiedlich geprägten Gesten, Worten, Ausdrücken und Handlungen und deren Bedeutung bzw. Interpretation führen häufig zu Missverständnissen. So kann es schon zu Beginn eines Gesprächs durch eine Kleinigkeit zu Irritationen kommen die nicht nur den Gesprächsverlauf beeinträchtigen sondern auch den Aufbau von Vertrauen oder dem Beziehungsaufbau schädigen kann. Um darauf folgende Reaktionen besser verstehen und solche Situationen entschärfen oder von vornherein vermeiden zu können, ist Wissen über und Verständnis für kulturell bedingte Unterschiede im zwischenmenschlichen Kontakt nötig.

Das DRK bietet im Rahmen des Projekts „Integration durch Integrierte“  eine kulturspezifische Trägerberatung an. Ausgebildete Ehrenamtliche aus relevanten Kulturkreisen können in Teamsitzungen, Dienstbesprechungen und anderen internen Veranstaltungen in Ihrer Institution über mögliche kultursensible Anliegen, Probleme und Erfahrungen informieren, aufklären und diskutieren. Die Ehrenamtlichen stehen auch gerne für gezielte Fragen oder spezielle Problembewältigungen zur Verfügung.

Hintergrund

Bereits Ende 2015 entwickelte sich ein Diskurs über den justiziellen Umgang mit straffällig gewordenen Flüchtlingen. Aufgrund der Alters- und Geschlechterstruktur der nach Deutschland geflüchteten Menschen, ihren spezifischen Bedürfnissen (Sprache, Kultur, Wertorientierung), der starken medialen Präsenz einiger spektakulärer Fälle von Kriminalität von Flüchtlingen und einer weit verbreiteten Unsicherheit der Bevölkerung Deutschlands hinsichtlich der „Flüchtlingskrise", wurde es notwendig, sich mit der Frage nach Konzepten für ambulante Sanktionsalternativen für junge straffällig gewordene Flüchtlinge auseinanderzusetzen. Seit April 2017 werden durch das Justizministerium Modellprojekte gefördert, welche eng mit der Justiz kooperieren.

Das Projekt „Integration durch Integrierte“ ist im DRK Kreisverband Kiel e.V. angesiedelt und bindet über den DRK Landesverband alle Kreisverbände Schleswig-Holsteins ein.

Ziel des Projektes ist der Aufbau eines Multiplikator*innen-Netzwerkes von gut integrierten Migrant*innen auf ehrenamtlicher Basis, die unter Anleitung und Betreuung des DRK befähigt werden, das hiesige Justizsystem zu unterstützen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen können Auflagen und Weisungen von Jugendgerichten sowie staatsanwaltschaftliche und polizeiliche Maßnahmen begleiten und bestehende Sanktionsmaßnahmen anderer Träger durch kulturelle Beratung unterstützen.

Bei Interesse, Fragen oder Anregungen melden Sie sich gerne:

Frau Jördis Häbry (DRK Kreisverband Kiel) - 0151/27189318 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ambulante Sanktionsalternativen für junge straffällige Flüchtlinge

Bereits Ende 2015 entwickelte sich ein Diskurs über den justiziellen Umgang mit straffällig gewordenen Flüchtlingen. Aufgrund der Alters- und Geschlechterstruktur der nach Deutschland geflüchteten Menschen, ihren spezifischen Bedürfnissen (Sprache, Kultur, Wertorientierung), der starken medialen Präsenz einiger spektakulärer Fälle von Kriminalität von Flüchtlingen und einer weit verbreiteten Unsicherheit der Bevölkerung Deutschlands hinsichtlich der „Flüchtlingskrise", wurde es notwendig, sich mit der Frage nach Konzepten für ambulante Sanktionsalternativen für junge straffällig gewordene Flüchtlinge auseinanderzusetzen. Die Mitgliedsorganisationen des Landesverbandes und weitere freie Träger waren dazu aufgefordert, Ideen und Konzepte für ambulante Sanktionsalternativen für junge straffällige Flüchtlinge zu entwickeln.

Anstoß für alternative Sanktionsmaßnahmen für straffällige junge Flüchtlinge - Justizministerin Spoorendonk übergibt Förderbescheide (10.04.2017)

BAD MALENTE. Justizministerin Anke Spoorendonk hat heute (10. April) im Uwe Seeler Fußball Park in Bad Malente den Startschuss für drei kriminal- und gesell-schaftspolitisch völlig neue und bedeutsame Resozialisierungsprojekte gegeben. Es handelt sich um erzieherisch-pädagogisch wirkende Maßnahmen, die aufkeimendes kriminelles Verhalten bei jungen Flüchtlingen nachhaltig verhindern und zu besserer gesellschaftlicher Integration beitragen sollen. Die Landesregierung hatte 2016 zunächst 155.000 EUR pro Jahr zur Verfügung gestellt, um Haft vermeidende, ambulante Maßnahmen zu entwickeln und durchzuführen, die auf straffällig gewordene junge Zuwanderer ausgerichtet sind. Schleswig-Holstein betritt mit seiner Initiative kriminalpolitisch-präventives Neuland. „Erziehung und Haftvermeidung sind Haftstrafen vorzuziehen, wenn es denn die begangene Straftat zulässt. Alle Rückfalluntersuchungen und die kriminologische Forschung zeigen uns, dass eine gelingende Resozialisierung und damit auch der beste Opferschutz vorrangig durch behandlungsorientierte ambulante Sanktionen zu erreichen ist", erklärte Justizministerin Spoorendonk.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok