Startseite Veranstaltungen Desistance-Forschung: Warum geben Menschen a uf,Straftaten zu begehen? (Prof. Dr. Christine M. Graebsch)

Dienstags-Vortrag: "Desistance-Forschung: Warum geben Menschen auf, Straftaten zu begehen?" am 04.03.2018 in Lübeck

Die Desistance-Forschung beschäftigt sich mit der Frage,weshalb Menschen eine 'kriminelle Karriere' abbrechen.
Auch nach einem langjährig von Straftaten geprägten Leben kommt es oft noch zu einem nachhaltigen Ausstieg. Die Desistance-Forschung überwindet die traditionelle Fragestellungder Kriminologie nach den Ursachen von Kriminalität.

Statt erklären zu wollen, warum man damit anfängt, Straftaten zu begehen, fragt sie, weshalb man wieder damit
aufhört. Es wird nicht untersucht, wie sich Straffällige von anderen Menschen unterscheiden, die weniger mit Straftaten auffallen. Statt den Blick auf das individuelle Rückfallrisiko zu konzentrieren, geht es darum herauszufinden, welche Wendepunkte und Entwicklungen zu einem Wandel beitragen, wenn ein solcher gelingt. Es wird auch gefragt, wie ein solcher Ausstiegsprozess unterstützt werden kann.

Der Vortrag erläutert Perspektiven und Erkenntnisse der Desistance-Forschung. Die Unterschiede zu einer an Risikofaktoren, Prognosen und standardisierten Behandlungsprogramme norientierten Forschung werden herausgearbeitet. Es wird gezeigt, welche Schlussfolgerungen sich für die Soziale Arbeit mit Gefangenen, Haftentlassenen und von Haft Bedrohten ableiten lassen.

Prof. Dr. Christine M. Graebsch

ist Juristin und Kriminologin, Hochschullehrerin für Recht der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Dortmund, Leiterin des Strafvollzugsarchivs und Lehrbeauftragte an den Universitäten Bremen und Hamburg.