Berufliche Integration von Haftentlassenen: Landesregierung und Bundesagentur für Arbeit vereinbaren Eckpunkte (06.09.2010)

NEUMÜNSTER. In der Justizvollzugsschule Neumünster haben das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration, das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein sowie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit heute (6. September) die Veranstaltung "Berufliches Übergangsmanagement - eine Gemeinschaftsaufgabe" durchgeführt. Dabei wurden gemeinsame Maßnahmen zur Integration von Strafgefangenen und Haftentlassenen in den Arbeitsmarkt vorgestellt.

Justizminister Emil Schmalfuß, Arbeitsminister Dr. Heiner Garg, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Jürgen Goecke, sowie die Leiterinnen und Leiter der beteiligten Justizvollzugseinrichtungen unterzeichneten zudem eine Vereinbarung über Eckpunkte für ein "Arbeitsmarktliches Beratungskonzept für Gefangene in schleswig-holsteinischen Justizvollzugseinrichtungen".

Arbeitsminister Dr. Heiner Garg hob hervor: "Mit der heutigen Vereinbarung des Beratungskonzepts haben sich erstmals die wichtigsten Akteure für die Integration von Haftentlassenen auf dem Arbeitsmarkt zu einer strategischen Zusammenarbeit verabredet." Sie diene nicht nur dem einzelnen Gefangenen, sondern ebenso auch der Gesellschaft insgesamt. Denn Resozialisierung sei zugleich aktive Kriminalprävention und damit auch Opferschutz.

Justizminister Emil Schmalfuß erklärte: "Diese Veranstaltung ist zugleich der Auftakt einer länderübergreifenden Projektpartnerschaft zwischen Schleswig-Holstein und Hessen zu den Themen "Arbeit, Qualifizierung und Integrationsbegleitung für Gefangene und Haftentlassene". Es ist uns gelungen, für den Einsatz von Integrationsbegleitern umfangreiche Fördermitteln des Bundes und der Europäischen Union einzuwerben." Die Projektpartnerschaft wird durch Bundesmittel sowie durch Mittel des durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierten Programms "Xenos - Integration und Vielfalt" im Umfang von insgesamt etwa 963.000 Euro gefördert. Rund 500.000 Euro dieser Gesamtsumme fließen in das schleswig-holsteinische Teilprojekt der arbeitsmarktorientierten Integrationsbegleitung von Gefangenen und Haftentlassenen.

Wolfgang Heyn, Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur, hob hervor: "Wir wissen, dass insbesondere bei jungen Gefangenen die Rückfallquote sehr hoch ist, wenn sie ohne berufliche Perspektive aus der Haft entlassen werden. Hier sind verlässliche Partner für den Übergang gefragt. Einen möchte ich hervorheben. Das Handwerk hat sich in der Vergangenheit als wichtiger Ansprechpartner erwiesen, wenn es um Arbeitsplatzangebote für Haftentlassene ging. Speziell dieses Potential gilt es systematisch zu nutzen."

Eine erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung ist für die Wirksamkeit von Resozialisierungsbemühungen im Strafvollzug von entscheidender Bedeutung. Wie durch kriminologische Studien bestätigt wird, verringert eine gelingende berufliche Wiedereingliederung die Gefahr einer späteren Rückfälligkeit von Haftentlassenen erheblich. Dementsprechend soll im Rahmen eines Landeskonzepts für ein berufliches Übergangsmanagement für Gefangene und Haftentlassene an der Schnittstelle zwischen Strafvollzug und Freiheit durch koordinierte Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen ein flächendeckendes Vermittlungs-, Beratungs- und Betreuungsnetzwerk geschaffen werden. Ziel ist es, die umfassenden Resozialisierungsmaßnahmen des Strafvollzugs durch eine nachhaltige individuelle Betreuung über die Haftentlassung hinaus noch effektiver zu machen, um das Ziel der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung für mehr Betroffene zu verwirklichen.

Zur Umsetzung dieses Konzeptes sind im Auftrag des Justizministeriums an den Vollzugsstandorten in Schleswig, Kiel, Neumünster und Lübeck Integrationsbegleiter tätig, die eine arbeitsmarktorientierte Entlassungsvorbereitung sowie den Haftentlassenen eine beschäftigungsbegleitende Nachsorge anbieten. Diese kann durch Hilfen zur Bewältigung besonderer Wiedereingliederungshemmnisse ergänzt werden.

Verantwortlich für diesen Pressetext:
Oliver Breuer | Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration | Lorentzendamm 35, 24103 Kiel | Telefon 0431 988-3706 | Telefax 0431 988-3704 | Dr. Matthias Badenhop | Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein, Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel | Telefon 0431 988-5317 | Telefax 0431 988-5344 | E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! | Dr. Horst Schmitt I Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit I Projensdorfer Straße 82, 24106 Kiel I Telefon: 0431 3395-5160 I E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Die Vereinbarung über Eckpunkte für ein "Arbeitsmarktliches Beratungskonzept für Gefangene in schleswig-holsteinischen Justizvollzugseinrichtungen" können Sie hier herunterladen:

Anlagen:
Download this file (137_20110317095616956.pdf)137_20110317095616956.pdf411 kB