XENOS – Projekt „Aqua Plus“; berufliche Integrationsbegleitung am Übergang von der Haft in die Freiheit

Der Landesverband ist von Justizministerium des Landes Schleswig-Holstein mit der Koordinierung des Projektes beauftragt. Laufzeit: März 2010 bis August 2012

Wissenschaftliche Untersuchungen, u. a. die des Kriminologischen Dienstes des Landes NRW, haben in den vergangenen Jahren wiederholt belegt, dass die Integration von Entlassenen aus bundesdeutschen Justizvollzugsanstalten in Arbeit und Beschäftigung, einen erheblichen Einfluss auf die Rückfallwahrscheinlichkeit hat. Soll dem gesetzlichen Resozialisierungsauftrag des Strafvollzuges gemäß § 2 StVollzG zielführend nachgekommen werden, ist dementsprechend ein starkes Engagement von Vollzug, sozialen Diensten der Justiz und freier Straffälligenhilfe im Hinblick auf eine solche Integration gefordert.

Das Schleswig-Holsteinische Justizministerium erprobt aus diesem Grund die Beschäftigung von Integrationsbegleiter/innen in Schleswig-Holstein. Diese Fachkräfte sind bei freien Trägern beschäftigt, die über ausgewiesene Kompetenzen in der arbeitsmarktlichen Integration verfügen. Die Integrationsbegleitung verfolgt das Ziel einer nachhaltigen Beschäftigungsaufnahme möglichst direkt nach der Entlassung, da die Rückfallwahrscheinlichkeit in den ersten Monaten in Freiheit statistisch am höchsten ist. Die Begleitung findet sowohl während des Strafvollzuges, beginnend maximal zwölf Monate und möglichst nicht weniger als drei Monate vor Entlassung, als auch bis zu ca. sechs Monate nach der Entlassung, flächendeckend in ganz Schleswig-Holstein statt.

Bei der Integrationsbegleitung handelt es sich um ein in Schleswig-Holstein noch junges Angebot, das an den verschiedenen Haftstandorten unterschiedliche Rahmenbedingungen vorfindet. Der Schleswig-Holsteinische Verband für soziale Strafrechtspflege ist vom Justizministerium des Landes damit beauftragt, mit den Trägern und den Fachkräften für Schleswig-Holstein einheitliche Verfahrensweisen und Standards zu entwickeln und diese im Netzwerk umzusetzen.

Das Instrument der Integrationsbegleitung steht im Gesamtkontext der Entwicklung eines verbesserten Übergangsmanagements von der Haft in die Freiheit. Die Aktivitäten der Integrationsbegleitung bedürfen dementsprechend der engen Abstimmung mit dem Vollzug, den sozialen Diensten der Justiz und dem breiten Spektrum der Angebote der freien Straffälligen- und Opferhilfe im Land. Darüber hinaus ist eine funktionierende Integration in Arbeit und Beschäftigung abhängig von funktionierenden Kooperationsstrukturen mit allen Akteuren am Arbeitsmarkt, insbesondere den Arbeitsgemeinschaften und Optionskreisen sowie interessierten und geeigneten Arbeitgebern.

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Finanziert und gefördert durch die Europäische Union (Europäischer Sozialfond), das Bundesministerium für Arbeit sowie durch das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration des Landes Schleswig-Holstein.