ENPI (2008-2010)

Der Landesverband ist seit April 2008 Träger des Projekts „Dynamic Mechanism: Avoiding and shortening of stationary measures for children and youth offenders“. Dieses Projekt wird ebenfalls von der EU gefördert. Hier beträgt die Fördersumme ca. 240.000 Euro. Hauptziel dieses Projekts sind die Haftvermeidung und Haftverkürzung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis 30 Jahre) in der Region Archangelsk. Die bereits im Netzwerk beteiligten und neu zu gewinnenden gemeinnützigen Organisationen und Einrichtungen der Strafrechtspflege in der Stadt Archangelsk und Umgebung sind weitere Zielgruppen. Das neue Projekt knüpft so unmittelbar an seine Vorgängerprojekte an. Das in den Jahren 2005-2007 gegründete funktionierende Netzwerk „Vmeste“ (d.h. Gemeinsam) mit seinen 24 freien gemeinnützigen Organisationen und staatlichen Institutionen der Strafrechtspflege ist Ausgangspunkt für die Aktivitäten in diesem Projekt. Der Minister für Jusitz, Arbeit und Europa des Landes Schleswig-Holstein, Uwe Döring, besuchte vom 17.-19. Oktober 2008 verschiedene mit dem Thema beschäftigte russische Einrichtungen und Partner in Archangelsk und nahm an der hochrangig besetzten Eröffnungskonferenz teil.
Während dreier in Archangelsk durchzuführender Workshops und eines Besuchs von russischen Richtern und Staatsanwälten in Schleswig-Holstein ist im Wesentlichen der Aufbau und die Einrichtung einer der deutschen Jugendgerichtshilfe vergleichbaren Einrichtung für das Gebiet Archangelsk geplant. Dies ist ein äußerst schwieriges Unterfangen, da die russische Behörden- und Hierarchiestruktur bereits jetzt derart weit verzweigt und zergliedert ist, dass eine weitere neue Einrichtung kaum Sinn ergibt. Vielmehr müssen Aufgaben der Jugendgerichtshilfe nach einer entsprechenden Verwaltungs- und Gesetzesreform unter den zahlreichen bestehenden Verwaltungsbehörden sinnvoll aufgeteilt und von diesen bei der täglichen Arbeit übernommen werden. Damit eng verknüpft sind auch die anderen Projektziele der Verbesserung der Unterbringungs- und Arbeitsmöglichkeiten für junge straffällige Menschen.
Hauptpartner des Landesverbandes in diesem Projekt sind die gemeinnützige Organisation in Archangelsk „Rassvet“, das Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa in Schleswig-Holstein und die Gesundheits- und Sozialverwaltung der Stadt Archangelsk.
Die Schleswig-Holsteinische Politik und Verwaltung unterstützen die Aktivitäten und plädieren für eine Intensivierung der Beziehungen des Landes zur Region Archangelsk.

Nähere Informationen erhalten Sie auf der dreisprachigen Interrnetseite des Projekts unter: http://www.arhnethelp.ru/ oder bei der Projektmanagerin auf deutscher Seite, Dipl.Psych. Mareike Ahnemann (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).