Justizministerin Sütterlin-Waack betont Rolle der sozialen Strafrechtspflege (11.11.2019)

SCHLESWIG. Der „Schleswig-Holsteinische Verband für soziale Strafrechtspflege; Straffälligenhilfe und Opferhilfe e.V.“ hat sich heute (11. November) im Oberlandesgericht in Schleswig im Rahmen einer Fachtagung mit den Themen Opferhilfe, Opferschutz und die opferbezogene Strafrechtspflege beschäftigt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung: "Im Fokus: Opfer von Kriminalität. Neue Erkenntnisse für die soziale Strafrechtspflege" standen Maßnahmen für eine stärkere Opferorientierung in der Justiz. Darauf ging auch Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack in ihrer Rede ein: „Eine soziale Strafrechtspflege kümmert sich nicht nur um Straffällige und Täter, um deren soziale Situation vor und nach einer Verurteilung und um ihre Resozialisierung. Eine soziale Strafrechtspflege umfasst auch das Einbringen und die Würdigung von Opferinteressen. Opferhilfe und Opferschutz stehen längst nicht mehr im Widerspruch zur Straffälligenhilfe. Täterarbeit und Opferbetreuung stellen keine Gegensätze dar, sondern sie gehören nach meinem Verständnis zur sozialen Strafrechtspflege in Deutschland und ganz besonders in Schleswig-Holstein."

Opferschutz und Opferhilfe seien zentrale Anliegen der schleswig-holsteinischen Justizpolitik, so die Ministerin. "Um die Betreuung der Opfer von Straftaten einschließlich ihrer Angehörigen weiter zu verbessern und für eine zügige Unterstützung und Hilfestellung für die Betroffenen zu sorgen, plant die Schleswig-Holsteinische Landesregierung eine zentrale Anlaufstelle zur schnellen und unbürokratischen Unterstützung aller Opfer von Straftaten in meinem Ministerium einzurichten. Dieses Angebot soll etwa bei terroristischen Anschlägen und anderen Großschadenslagen für eine zügige und unbürokratische Information der Betroffenen über ihre Rechte und Koordination der Unterstützungsangebote sorgen. Die Anlaufstelle wird darüber hinaus aber ausdrücklich allen Opfern von Straftaten und ihren Angehörigen jederzeit offenstehen. Sie wird nicht etwa in Konkurrenz zu den zahlreichen bewährten Opferhilfeorganisationen in Schleswig-Holstein treten, sondern im Gegenteil zu deren Vernetzung beitragen, um die bestehenden Angebote zu erfassen, um zu vermitteln und etwaige Lücken rechtzeitig zu erkennen“, erklärte Sütterlin-Waack.

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