Presseerklärung vom 31.05.2018 - Unterstützungsangebote für Kinder und Familien von Inhaftierten (31.05.2018)

Am heutigen Tag (31.05.2018) übergab Frau Justizministerin Sütterlin-Waack einen Förderbescheid für das Unterstützungsangebot für Kinder und Familien von Inhaftierten an die Stadt.mission.mensch gGmbH.

In diesem Projekt bietet die Stadtmission zukünftig landesweit Familien und Kindern von Inhaftierten Hilfe bei allen Fragen zum Thema Gefängnis, Unterstützung beim Umgang mit der Thematik, beispielsweise im Bekanntenkreis oder der Schule, sowie Akuthilfe bei Überforderungen oder Verunsicherungen. Weitere beim Landesverband organisierte Träger, beispielsweise der Rechtsfürsorgeverein Resohilfe Lübeck e.V. oder die Diakonie Altholstein, führen bereits familienunterstützende Projekte durch.

Der Schleswig-Holsteinische Verband für soziale Strafrechtspflege begrüßt, dass die Politik erkannt hat, dass Familienangehörige und insbesondere Kinder von Inhaftierten einen besonderen Unterstützungs- und Hilfebedarf haben, um mit der besonderen Situation der Inhaftierung eines Elternteils bzw. einer Partnerin/eines Partners, zurecht zu kommen.

Der Verband weist darauf hin, dass diese Projekte für die Unterstützung der Familienangehörigen von Inhaftierten besonders wichtig sind und den Resozialisierungsprozess des inhaftierten Familienmitglieds durch den Einbezug von Familienangehörigen positiv unterstützen können. Dabei darf jedoch nicht außer Betracht bleiben, dass die Unterstützung der Familien und insbesondere der Kinder nicht nur über diese besonderen Projekte gewährleistet werden kann, sondern für eine ganzheitliche Unterstützung auch die vor Ort ansässigen Institutionen und Netzwerke der sozialen Regeldienste gefordert sind. Nur im gemeinsamen Verbund und in vernetzter und verzahnter Zusammenarbeit ist es möglich, notwendige Hilfs- und Förderketten zu entwickeln, um dem Hilfebedarf der Familien und Kinder gerecht zu werden. Es handelt sich in diesem Sinne um eine gesamtgesellschaftliche sowie ressortübergreifende Aufgabe. Mit der Projektförderung wurde ein Schritt in die richtige Richtung unternommen.

Die Politik sowie alle relevanten Akteure sind nun gefordert, an dieser Stelle anzuknüpfen und die Zusammenarbeit der Dienste und Angebote entsprechend der Bedarfe koordinativ abzustimmen und weiterzuentwickeln.

Ansprechpartner: Björn Süß und Christopher Wein – 0431/2005668