Ministerin Spoorendonk verleiht Stiftungspreis "Arbeit für Straffällige 2013" (02.11.2013)

stiftungspreis2013Justizministerin Anke Spoorendonk hat heute (2. November) den von der Stiftung Straffälligenhilfe Schleswig-Holstein ausgelobten Preis "Arbeit für Straffällige 2013" an drei Preisträger aus der Wirtschaft und aus der sozialen Arbeit übergeben. Bezahlte Arbeit ist der Schlüsselfaktor zu einer erfolgreichen Resozialisierung, sagte Spoorendonk bei der Verleihung im "theater itzehoe". Alle Bemühungen um die Eingliederung von Straftätern in den Arbeitsmarkt dienten Tätern und potenziellen Kriminalitätsopfern gleichermaßen. In dieser Einschätzung war sich Spoorendonk einig mit der Jury des Stiftungspreises, zu der neben dem Stiftungsvorstand und Vizepräsidenten des Landgerichts Itzehoe, Dietmar Wullweber, auch der Generalstaatsanwalt des Landes Schleswig-Holstein, Wolfgang Müller-Gabriel, sowie der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK zu Kiel, Rainer Bock, gehören. Folgende drei Preisträger wurden ausgewählt und erhalten insgesamt 2.500 Euro:

    Bild: (c) 2013, Stadtmanagement Itzehoe GmbH


  1. Herr Harald Hussels, Vorsitzender des Regenbogen e.V. in Kaltenkirchen. Herr Hussels hat sich über viele Jahre um die Kriminalprävention in Kaltenkirchen verdient gemacht. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass ein ehemaliger Strafgefangener für den Verein in Vollzeit beschäftigt ist und mit seiner eigenen Lebenserfahrung auf junge Straftäter in der Region kriminalpräventiv einwirken kann. Ein Beispiel für eine hervorragende Kombination aus beruflicher Perspektive für einen ehemaligen Straftäter und einem chancenreichen Einwirken auf gefährdete junge Menschen im Sinne der Rückfallvermeidung für alle Seiten.

  2. Herr Wolfgang Krüger, Inhaber des Autoparks Lübeck in Stockelsdorf. Herr Krüger bietet in seinem Handwerksbetrieb hervorragende Möglichkei-ten der beruflichen Orientierung und Perspektive auch für Haftentlassene. In Zusammenarbeit mit der beruflichen Integrationsbegleitungsstelle des TÜV Nord in der JVA Lübeck hat er entlassenen Strafgefangenen die Möglichkeit eines Praktikums mit der Perspektive auf eine Festanstellung geboten. Bislang ist dabei aus Gründen, die in der Situation der Straffälligen liegen, noch keine längerfristige Perspektive entstanden. Die Stiftung Straffälligenhilfe würdigt Herrn Krüger insbesondere dafür, dass er sich dadurch in seinen Bemühungen nicht entmutigen lässt und weiterhin bereit ist, entlassenen Strafgefangenen Perspektiven zu bieten.

  3. Der Verein "Die Burg – Frischlinge e.V. im Kreis Pinneberg. Der Verein bietet insbesondere jungen Menschen im von sozialen Problemen belasteten Stadtteil Hainholz in Elmshorn ein vielfältiges Angebot, das auch die Kriminalprävention durch Arbeits- und Beschäftigungsangebote umfasst. Es gibt die Möglichkeit, unter Betreuung den gerichtlichen Arbeitsauflagen- und Weisungen nachzukommen oder in einem Projekt Zusatzjobs auf 1,30-Euro-Basis zu erledigen. Dies hat bereits zu einer Reihe von Vermittlungen in langfristige Arbeitsverhältnisse geführt. Die dabei enge Kooperation mit der Bewährungshilfe beim Landgericht Itzehoe ist aus Sicht der Stiftung Straffälligenhilfe als gutes Praxisbeispiel regionaler Kriminalprävention im Netzwerk Freier Träger mit staatlichen Diensten vorbildhaft.

Untersuchungen in der Bewährungshilfe belegen eine hohe Beschäftigungslosigkeit unter ehemaligen Strafgefangenen und zudem, dass das Rückfallrisiko sehr abhängig ist von Ausbildungstand und Beschäftigung: Es steigt von rund 35 Prozent bei ausbildungsgerecht Beschäftigten auf 90 Prozent bei unqualifizierten Entlassenen ohne Beschäftigung. Vor dem Hintergrund des gesetzlichen Auftrags zur Resozialisierung von Straftätern und im Sinne des Schutzes potenzieller Opfer von Straftaten besteht hier dringender Handlungsbedarf. Straffällige haben es aber besonders schwer, Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu finden. Das liegt oft an mangelnder schulischer oder beruflicher Qualifikation, manchmal auch fehlen die für das Arbeitsleben notwendigen persönlichen Voraussetzungen. Unter den Inhaftierten sind Son-derschüler, Schulabbrecher, Personen ohne oder mit abgebrochener Ausbildung, Hilfs- und Gelegenheitsarbeiter überrepräsentiert. Darum hat die Landesregierung im Justizvollzug in den Bereichen Bildung und Ausbildung Schwerpunkte gesetz“, betonte Spoorendonk. Alle Maßnahmen der Landesregierung sind aber auch angewiesen auf ein funktionierendes Netz bürgerschaftlicher Aktivitäten, so die Ministerin weiter. Ohne die vorurteilsfreie Bereitschaft von Wirtschaftsbetrieben und Organisationen der Wohlfahrtspflege, Straffällige zu beschäftigen, kann das Ziel der Rückfallvermeidung nicht erreicht werden.

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