Stellungnahme zum Gesetzentwurf zur Ausführung des Gesetzes über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren (AGPsychPbG-E)                    (Umdruck 18/6737)(26.10.2016)

Auszug:

Die Form der psychosozialen Prozessbegleitung, die bereits seit 1995 in Schleswig-Holstein landesweit professionell durch verschiedene Institutionen/Einrichtungen angeboten und von professionellen Fachkräften durchgeführt wird, ist ein essentieller Baustein einer modernen sozialen Strafrechtspflege im Sinne der Satzung unseres
Verbandes und eine notwendige Unterstützung von besonders vulnerablen Gruppen für den gesamten Verlauf eines Strafverfahrens.

Psychosoziale Prozessbegleitung ist momentan in Deutschland nicht gesetzlich verankert, sondern wird in verschiedenen Bundesländern in Modellprojekten oder
teilweise von bestehenden Beratungsstellen durchgeführt. Das 1995 in Schleswig-Holstein als "Zeugenbegleitprogramm" gestartete Projekt ist inzwischen als "psychosoziale Prozessbegleitung" fester Bestandteil der Justiz in Schleswig-Holstein. Gesetzeserweiterungen in vergangenen Jahren und die jahrelange Weiterqualifizierung der zuständigen Institutionen und Prozessbegleiter_innen haben in Schleswig-Holstein zu einem innovativen Modell der psychosozialen Prozessbegleitung geführt, welches als bundesweites Vorreiterprogramm verstanden werden kann, dessen Standards in einem nicht geringen Maße in das 3. Opferrechtsreformgesetz eingeflossen ist. Es ist ein landesweit
flächendeckendes und für die Opfer von Sexual- und Gewaltstraftaten, häuslicher Gewalt und
Nachstellung freiwilliges und kostenloses Angebot.


Volltext

 

Drs. 18/4829 Entwurf eines Gesetzes zur Ausführung des Gesetzes über die psychosoziale  Prozessbegleitung im Strafverfahren (AGPsych-PbG-E) (10.11.2016)
Bericht und Beschlussempfehlung des Innen- und Rechtsausschusses

Auszug:

 Der Innen- und Rechtsausschuss hat sich mit dem ihm durch Plenarbeschluss vom 22. Juli 2016 überwiesenen Gesetzentwurf der Landesregierung zur Ausführung des Gesetzes über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren in mehreren Sitzungen befasst und eine schriftliche Anhörung durchgeführt. Er schloss seine Beratungen in seiner Sitzung am 10. November 2016 ab. Einstimmig empfiehlt er dem Landtag die unveränderte Annahme des Gesetzentwurfs.

Barbara Ostmeier
Vorsitzende

Volltext

 

Interkultureller Workshop:

„Interkulturelle Mediation“

 

Aktuelle Statistiken und die Rückmeldungen von Mediator_innen aus der Praxis machen deutlich, dass die Zahl der Zuweisungen an Konfliktschlichtungsstellen von Menschen mit Flüchtlings- bzw. Migrationshintergrund fortlaufend angestiegen ist. Dadurch haben sich für die tägliche Arbeit neue Herausforderungen und Bedürfnisse ergeben. Es erscheint sinnvoll und angemessen, sich intensiv mit interkulturellen Aspekten und dem Einbezug einer interkulturellen Perspektive zu befassen. Aus diesem Grund, bietet der

schleswig-holsteinische Verband für soziale Strafrechtspflege; Straffälligen- und Opferhilfe e.V. in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Justiz, Kultur und Europa

einen

2-tägigen interkulturellen Workshop an.

 

Termin:  05. und 06.12.2016

Zeit:       Beginn 9.30 Uhr - Ende 17.00 Uhr , Anreise 9.00 Uhr

Ort:        Nordkolleg Rendsburg, Am Gerhardshain 44, 24768 Rendsburg

 

Zielgruppe

Mediator_innen im Strafrecht

Diese Fortbildungsveranstaltung richtet sich speziell an Mitarbeiter_innen von freien Trägern, Gerichtshilfen, Jugendämtern und aus dem Vollzug, die im Bereich Täter-Opfer-Ausgleich tätig sind und/oder eine Grundqualifizierung im Bereich “Mediation im Strafrecht“ erworben haben.

 

Inhalt

Die Kommunikation und Interaktion des Mediators/der Mediatorin mit den Medianten wird auch durch die Kultur und die damit einhergehende Sozialisation geprägt. Kulturell geprägte Phänomene wie Macht - Ohnmacht, Vertrauen - Misstrauen, Individualität – Kollektivität oder Gleichheit – Verschiedenheit können tiefe Gefühle bei den Medianten bewirken und beeinflussen zu dem ihre Bedürfnisse und Interessen. Um im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs professionell Handeln zu können, benötigen Mediator_innen daher ein hohes Maß an interkultureller Sensibilität und die Kompetenz das eigene Handeln zu reflektieren. Es erscheint somit sinnvoll, sich mit Mediation im interkulturellen Kontext auseinanderzusetzen. Der interkulturelle Workshop soll Ihnen dabei helfen, auf diese Aspekte einzugehen, die eigene Arbeit zu reflektieren und die zukünftige Arbeit, unter Einbezug einer interkulturellen Perspektive, qualitativ zu stärken.

Der Workshop wird angeboten durch ein interkulturelles Team des Instituts für Mediation, Konfliktmanagement und Ausbildung (IMKA Hamburg) und besteht zu je 1/3 aus fachlichem Input (u.a. Konfliktverhalten aus interkultureller Perspektive, Konzeption von Kollektiv- und Individualgesellschaften), Übungen zur Selbstreflexion und der Arbeit an konkreten (bei Interesse auch eigenen) Fällen.

 

Kosten

Die Teilnahme ist für die Teilnehmer_innen kostenlos.

 

Anmeldung

Die Zahl der Teilnehmer_innen ist auf 18 begrenzt. Aus diesem Grund und zur weiteren Planung, bitten wir um eine verbindliche und zeitnahe Anmeldung bis zum 14.11.2016 über den Landesverband (Christopher Wein - Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ).

 

 

Fachtagung des Schleswig-Holsteinischen Verbandes 14.11.2016 Landeshaus Kiel

Migration - Anforderungen an die soziale Strafrechtspflege

9:00 Anreise

9:10 Begrüßung und Eröffnung
        Ralph Döpper, 1. Vorsitzender des Landesverbandes 

9:15 Grußwort der Justizministerin
        Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein 

9:30 Flüchtlingssituation in Schleswig-Holstein
        Torsten Döhring, stv. Beauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes Schleswig-Holstein beim Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Landtages

9:45 Die Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
        Ahmad Arda (HAYATT-Geschäftsleitung, Hamburg)

10:15 Projekt Heroes
         Levent Konca (Strohalm e.V., Berlin)

11:15 Eine Antwort auf mein Scheitern? Warum der religiös begründete Extremismus für straffällig gewordene Menschen interessant sein kann
         Tobias Meilicke (Landeskoordinator gegen religiös begründeten Extremismus)

12:00 Pause

12:45 Perspektiven interkultureller Kommunikation
          Tina Gabe (Türkische Gemeinde Kiel)

13:15 Sprach- und Kulturmittler - Brückenbauer zwischen den Kulturen
          Tagred Barkawi, Nafiseh Sajjadi (HAYATT, Hamburg)

14:15 Schlusswort und Ende der Veranstaltung

Anmeldeformular


Programm (PDF) 

Leider wurde in der Druckversion des versendeten Programmes ein zu hoher Verpflegungsbeitrag (richtigerweise 8 €) sowie eine nicht existente alte Bankverbindung angegeben.
Überzahlungen werden selbstverständlich erstattet. Die richtige Bankverbindung ist im Online Anmeldeformular hinterlegt. Wir bitten für diesen Fehler um Entschuldigung.

 

 

Landestrafvollzugsgesetz Schlesw-Holstein (01.09.2016)

Das Gesetz über den Vollzug zur Freiheitsstrafe in Schleswig-Holstein und zur Schaffung eines Justizdatenvollzugsgesetzes ist heute (01.09.2016) in Kraft getreten.

Amtlicher Gesetzestext (Veröffentlicht im Gesetz- und Verordnungsblatt S.-H. 2016 Nr 13 S 618-659 vom 25.08.2016)

 

Auswertung der bundesweiten TOA-Statistik (2013-2014) (12.08.2016)

Die neue Auswertung der bundesweiten Täter-Opfer-Ausgleichs-Statistik der TOA-Forschungsgruppe als Online- und Printversion ist erschienen. Die Veröffentlichung befasst sich mit den gemeldeten Fällen aus den Jahrgängen 2013 und 2014 knüpft nahtlos an die vorherigen Untersuchungen an.

"Der aktuelle Bericht lässt dabei weiterhin den Schluss zu, dass sich der Täter-Opfer-Ausgleich in Deutschland bewährt hat. Zwar liegt den ermittelten Daten keine Vollerhebung aller Ausgleichsverfahren zu Grunde, so dass insbesondere keine Aussage dazu getroffen werden kann, wie viele Verfahren deutschlandweit insgesamt durchgeführt werden. Dennoch
sind die doch recht beachtlichen Fallzahlen der mit dem Täter-Opfer-Ausgleich befassten Einrichtungen, die an der Untersuchung teilgenommen haben, Beleg dafür, dass der Täter-Opfer-Ausgleich in der Praxis angenommen ist und ihm in dem System strafrechtlicher Regelungen ein wichtiger Stellenwert zukommt. [...] " Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz

Vollständigen Statistikbericht herunterladen

 

ie     Umsetzung     und     Entwicklung     des     Täter-Opfer-
Ausgleichs    in    der    Praxis    und    die    daraus    abzuleitenden    Schlussfolgerungen    
sind     Gegenstand     der     Forschungen,     die     seit     1993     im     Auftrag     des     Bun-
desministeriums    der    Justiz    und    für    Verbraucherschutz    durchgeführt    wer-
den.     Mit     dem     nun     vorliegenden     Bericht     „Täter-Opfer-Ausgleich     in    
Deutschland,     Auswertung     der     bundesweiten     Täter-Opfer-Ausgleich-Sta-
tistik    für    die    Jahrgänge    2013    und    2014“    wird    der    nunmehr    6.    Bericht    dazu    
veröffentlicht,     der     an     die     bisherigen     Untersuchungen     anknüpft     und     sie    
fortschreibt.        
Der     aktuelle     Bericht     lässt     dabei     weiterhin     den     Schluss     zu,     dass     sich     der    
Täter-Opfer-Ausgleich    in    Deutschland    bewährt    hat.    Zwar    liegt    den    ermit-
telten    Daten    keine    Vollerhebung    aller    Ausgleichsverfahren    zu    Grunde,    so    
dass     insbesondere     keine     Aussage     dazu     getroffen     werden     kann,     wie     viele    
Verfahren     deutschlandweit     insgesamt     durchgeführt     werden.     Dennoch    
sind     die     doch     recht     beachtlichen     Fallzahlen     der     mit     dem     Täter-Opfer-
Ausgleich     befassten     Einrichtungen,     die     an     der     Untersuchung     teilgenom-
men    haben,    Beleg    dafür,    dass    der    Täter-Opfer-Ausgleich    in    der    Praxis    an-
genommen     ist     und     ihm     in     dem     System     strafrechtlicher     Regelungen     ein    
wichtiger    Stellenwert    zukommt.        
Erfreulich     ist     dabei,     dass     die     Datenbasis,     auf     deren     Grundlage     die     Ver-
fasser     der     Untersuchung     vielfältige     Erkenntnisse     zu     den     Voraussetzun-
gen,     dem     Verlauf     und     den     Ergebnissen     des     Täter-Opfer-Ausgleichs     in    
Deutschland    ableiten,    in    den    vergangenen    Jahren    deutlich    erweitert    wer-
den     konnte     und     für     den     Untersuchungszeitraum     einen     neuen     Höchst-
stand     teilnehmender     Einrichtungen     seit     1999     erreicht     hat.     Damit     gewin-
nen    die    Beobachtungen    und    Schlussfolgerungen,    die    aus    den    Erhebungen    
früherer     Jahre     abgeleitet     worden     sind,     zusätzlich     an     Validität     und     Über-
zeugungskraft.     Auch     die     neuen     Befunde     lassen     aber     erkennen,     dass     das    ii    
    
Potenzial,     das     dieses     Instrument     bietet,     flächendeckend     in     Deutschland    
noch     keineswegs     ausgeschöpft     ist.     Außerdem     werfen     sie     zum     Teil     neue    
Fragen    auf,    etwa    im    Hinblick    auf    eine    eventuell    rückläufige    Anwendungs-
praxis    im    Jugendbereich    und    die    Gründe    hierfür.   
 


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